Glück gehabt, nichts passiert

Ganz früher hatte ich, wenn ich das Bad zum Entwickeln okkupierte, eine Abdeckung über dem Lichtschalter gegen versehentliches Einschalten. Ebenso wie ich die Tür von innen verschloss. Heute neige ich eher zu Vertrauen und sage vorher einfach bescheid, dass ich ins ‘Labor’ gehe. Das ging über Monate und Jahre gut – bis heute. Ich stehe im Dunkeln und fädele 5 Kleinbildfilme Stück für Stück in die Spiralen ein. Als ich beim vierten Film bin geht die Tür auf!

Schock, Drama, Schreien “TÜR ZU!”

Drei Filme waren eingespult und in der Dose, aber nicht abgedeckt. Den vierten hatte ich grad aus der Patrone und fummelte ihn in die Spirale. Für einen Moment überlegte ich, gleich alles in den Müll zu werfen. Nach der ersten Wut – auf wen konnte ich noch nicht entscheiden – machte ich weiter in der Hoffnung, dass das Licht vielleicht nur den Film in meiner Hand erreicht hat. Und schließlich war da noch der fünfte Film, der noch lichtdicht in seiner Patrone steckte. 30 Minuten später hing ich einen Film nach dem anderen zum Trocknen auf und siehe da, keiner hatte Schaden genommen. Und erst als ich das erleichtert feststellte, war mir klar welchen Verlust ich gehabt hätte. Allein 72 Negative in den USA aufgenommen, wären verloren gewesen – dazu zahlreiche Aufnahmen meines neuen Projektes “Lebenswege”, die ich vor Monaten in Halle/Saale machte.

Glück gehabt. Und demnächst wird wieder alles verriegelt und verrammelt.